28. märz 2019 | 19:00 bis 20:30 uhr | litauen

aber der himmel - grandios

dalia grinkevičiūtė

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die ersten sätze

 

"was ist das? meine hand berührt … kaltes eisen. Ich liege auf dem rücken … schön … die sonne … ein schatten...

ich ahne, ein abschnitt meines lebens ist zu ende. punkt. von jetzt an beginnt ein neuer, unbekannter, der angst macht. 24 menschen liegen neben mir. schlafen sie?"

nach der annexion litauens 1941 wird dalia grinkeviciute zusammen mit ihrer mutter und ihrem bruder von den sowjets nach sibirien deportiert. ihre jugendjahre verbringt sie in der verbannung im altai gebiet und in der arktis. 21-jährig gelingt grinkeviciute die flucht. zurück in litauen schreibt sie ihre erinnerungen an die verbannung in großer eile auf lose blätter und vergräbt sie aus angst vor der entdeckung durch den kgb in einem einweckglas im garten. kurz darauf wird sie vom kgb verhaftet und erneut deportiert. aach ihrer entlassung bleiben die erinnerungen verschollen, erst nach dalia grinkeviciutes tod werden die aufzeichnungen wie durch ein wunder 1991 gefunden. die lose blattsammlung ist zu einem der wichtigsten dokumente der litauischen geschichte geworden und zeigt mit ungeheurer sprachgewalt das schicksal eines 14-jährigen mädchens in der verbannung auf.

insgesamt 229 lose blätter. aus der erde geholt am 29. april 1991 (in kaunas, perkuno allee 60). geschrieben mit bleistift, tinte, auf einfachem papier.

aber der himmel - grandios
dalia grinkeviciute. foto: © falk nordmann für matthes & sseitz berlin

dalia grinkevičiūtė

foto: © falk nordmann für matthes & seitz berlin

die autorin.

dalia grinkeviciute wurde 1927 in kaunas, der provisorischen hauptstadt litauens, als tochter eines hohen beamten der nationalbank geboren. 1941 wird sie mit mutter und bruder an die lenamündung in sibirien verbannt. 1949 flieht sie mit ihrer mutter aus der verbannung und verbringt 1949-1950 illegal in kaunas, bevor sie erneut deportiert wird. 1954 erfolgt die entlassung. nach einem medizinstudium arbeitet sie ab 1960 als ärztin, von 1974 an darf sie allerdings nicht mehr praktizieren. ihr antrag auf emigration nach frankreich wird 1977 abgelehnt. 1987 stirbt dalia grinkeviciute in kaunas.

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