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"Bairisches".

 

Der Freistaat Bayern galt vielen lange Zeit als hinterwäldlerisch und zurückgeblieben. 

Autoren der Aufklärungszeit, wie Johann Kaspar Riesbeck,1783, dessen in der Schweiz veröffentlichte 'Briefe eines reisenden Franzosen über Deutschland an seinen Bruder in Paris' große Beachtung fand, verspotteten den am Fuße der Alpen lebende 'Volksstamm' mit Vorliebe als rückständig, geistesschwach und primitiv.

 

Bayern beschrieb er als ein "Reich der Finsternis", bewohnt von Menschen "mit aufgedunsenen Wänsten, kurzen Stumpffüßen und schmalen Schultern, worauf ein dicker runder Kopf mit einem kurzen Hals sehr seltsam sitzt". Ein wahrhaftiger Bayern-Misantroph. Bedauerlicherweise auch heute noch eine vorkommende Spezies.

 

Um so frappierender ist es, dass einige Jahrzehnte später ein Großteil der bedeutendsten deutschen Schriftsteller des 19. und 20. Jahrhunderts aus dem so allgewaltig verhöhnten Freistaat stammt. 

Oskar Maria Graf und erst recht Lion Feuchtwanger sind Autoren von Weltrang, Der in Lübeck gebürtige Thomas Mann hat lange in München gelebt. Nach 1945 stieg München zur wichtigsten Literaturstadt in Deutschland auf, die von Autoren wie Erich Kästner, Wolfgang Koeppen und Michael Ende geprägt wurde.

Eine Zäsur in der bayerischen Literatur setzte ein von den 60-er Jahren an. Bücher zur Geschichte und zur Folklore des Freistaats erschienen. Zusätzlich überschwemmten biedere und brave Gedichte den Markt, nicht selten mit Heimatedelkitsch nachgewürzt. 

Erst in den 70-er Jahren setzten Autoren wie Herbert Achternbusch und Josef Bierbichler die widerständige Tradition bayerischer Literatur fort.

Jagdszenen aus Niederbayern. Starker Auftritt von Hanna Schygulla und Angela Winkler.

 

Eine idyllisch anmutende Gemeinde in Niederbayern: Es wird getrunken, geschlachtet und besamt.

 

Vor 50 Jahren, im Frühjahr 1969,  hatte Peter Fleischmanns Film "Jagdszenen aus Niederbayern" Premiere. Damals waren die Leute empört, heute sind in Unholzing viele stolz. Damals kochte die Volkseele.

"Am liebsten würde ich das ganze Kino mit dieser Schweinerei in die Luft fliegen lassen!" So der Inhalr eines Leserbriefes in der Landshuter Zeitung.

Parallel zur dörflichen Idylle. Ausgrenzung von "Andersartigen" - darunter leiden besonders eine als Dorfhure suspektes Dienstmädchen, ein Gastarbeiter und ein geistig zurückgebliebener Sonderling. 

 

Eindrucksvoll zeigt der Film, wie Gewalt auch und gerade von den Mitläufern ausgeht, bevor sie eskaliert.

 

Der Film war der Anfang einer Tradition des kritischen Heimatfilms, der in den 1960er-Jahren damit begann, die Postkartenidylle zu zerstören, die der traditionelle deutsche Heimatfilm nach dem Zweiten Weltkrieg in Szene setzte.

 

Ein Werk, das nichts an Aktualität verloren hat. Eine überwältigende Parabel der Ausgrenzung und der Intolleranz. 

Quelle: Youtube

Lieblingsfilm des österreichischen Filmregisseurs und Drehbuchautors Michael Haneke, dessen Film 'Das weiße Band' aus dem Jahre 2009 zu meinen Lieblingsfilmen zählt.

Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands. 1913/14. Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors. Seine kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern - ein Querschnitt eben. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter?

Quelle: Youtube

Mittelreich | Zwei Herren im Anzug

 

Monumental.Der große bayrische Theater- und Filmschauspieler Josef Bierbichler erzählt in seinem starken Roman-Debüt "Mittelreich" von der Fülle des Lebens - und der Fülle des Scheiterns. Ausstaffiert mit 'bairischen' Kraftwörtern. Mal derb. Mal sanft. Typisch Bierbichler.

gerne können sie diesen titel über OSIANDER direkt bestellen und nach hause liefern lassen. mit einem  click auf das cover.

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Inhalt

Eine Seewirtschaft in Bayern, bizarre Gäste und eine Familie über drei Generationen, heillos verstrickt ins ungeliebte Erbe. Josef Bierbichler, der große Menschendarsteller des deutschen Theaters und Films, erzählt hundert Jahre Deutschland. Ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand, über die vermeintlich fetten Jahre. 

Im Ersten Weltkrieg zerschlägt eine feindliche Kugel zuerst den Stahlhelm und dann den Schädel des ältesten Sohnes vom Seewirt. Also muss sein jüngerer Bruder Pankraz das väterliche Erbe antreten. Der überlebt zwar den zweiten großen Krieg, wäre aber trotzdem lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden.

 

Da braucht es schon einen Jahrhundertsturm, der droht, Haus und Hof in den See zu blasen, damit aus Pankraz doch noch ein brauchbarer Unternehmer und Familienvater wird.

Quelle: Suhrkamp Verlag

Iris Radisch (* 2. Juli 1959 in Berlin) ist eine der namhaftesten und anerkannten deutsche Literaturkritikerin. Seit 1990 schreibt sie für die Wochenzeitung Die Zeit.

Quelle: Youtube

Ein Jahrhundert – Eine Familie – Drei Generationen.


Ein Stück bayerische Geschichte.

Mit bayerischer Wucht und dabei auch poetisch zeigt Autor, Regisseur und Schauspieler Josef Bierbichler in „Zwei Herren im Anzug“ nach Motiven seines erfolgreichen Romans „Mittelreich“ ein Familienepos, in dem gleichzeitig deutsche Geschichte von 1914 bis heute und ein großes Stück Heimat erzählt wird.

Quelle: Youtube