die nickel boys.

über das nicht enden wollende trauma der amerikanischen geschichte. über den tief verwurzelten rassismus. weiterhin entfacht von einem xenophoben, minderbegabten egomanen. der unentwegt ein wunderbares land spaltet und zerlegt.

der auf einer wahren geschichte basierende roman „die nickel boys“ des pulitzer-preisträgers colson whitehead blickt in eine besserungsanstalt in florida, das nickel,  der frühen 1960er-jahre. der junge schwarze elwood gerät unverschuldet  in eine staatliche hölle aus rassismus, gewalt und willkür.

nach „underground railroad“ die weltpremiere von colson whiteheads neuem roman. für seinen welterfolg "underground railroad" wurde der us-amerikaner 2017 mit dem pulitzer-preis ausgezeichnet. 

colson whitehead. foto: © peter-andreas hassiepen
die nickel boys

colson whitehead, 1969 in new york geboren, studierte an der harvard university und arbeitete für die new york times, harper's und granta. 

whitehead erhielt den whiting writers award (2000) und den young lion’s fiction award (2002). für seinen roman 'underground railroad' wurde er mit dem national book award 2016 und dem pulitzer-preis 2017 ausgezeichnet. der autor lebt in brooklyn.

foto: © peter-andreas hassiepen

das nickel. ein ort des schreckens und des todes. hier werden kinder und jugendliche  aus armen, oftmals gescheiterten familien damit bekannt gemacht, dass sie keine chance haben. Die erschütternden vorgänge, die wolson Whitehead schildert, beruhen auf fakten. die bekannt wurden, als 2014 an der stelle einer solchen mittlerweile geschlossenen besserungsanstalt ein neubau errichtet werden sollte und man bei erdarbeiten die leichen von 43 kindern und jugendlichen fand, darunter nicht wenige, die zu tode gefoltert oder erschossen worden waren. 

die ersten sätze

"zu Weihnachten 1962 bekam elwood das schönste geschenk seines lebens, nur stürzten ihn die ideen, die es ihm einpflanzte, am ende ins verderben. martin luther king at zion hill war sein einziges album, und es lag permanent auf dem plattenteller."

es waren die jahre, in denen martin luther kings aufrufe zum gewaltlosen widerstand erste erfolge aufwiesen, bis dann letzendlich 1964 die rassentrennung für unrechtmäßig erklärt wurde. aber in den köpfen und herzen vieler weißer amerikaner keinen platz gefunden hat.

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