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"Das Beunruhigende an der Person Eichmann war doch gerade, daß er war wie viele und daß diese vielen weder pervers noch sadistisch, sondern schrecklich und erschreckend normal waren und sind."

Hannah Arendt

 

foto: © ricarda schwerin

Eichmann in Jerusalem | Ein Bericht von der Banalität des Bösen

Unsere Lesereihe 2019 umfasste ausschließlich Werke aus Osteuropa. In vielen Büchern, die wir gelesen und besprochen haben (Die Baugrube, Suleika öffnet die Augen), stand die Entkulakisierung im Fokus.

 

Eine politische Repressionskampagne in der Sowjetunion, die sich während der Diktatur Josef Stalins von 1929 bis 1933 gegen sogenannte Kulaken richtete. Verhaftungen, Enteignungen, Exekutionen und Massendeportationen kennzeichneten diese. Viele Millionen Menschen starben, vor allem auf den Transporten  nach Sibirien oder in den dortigen Gulags. 

 

Wenige Jahre später werden sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten getötet. Anlass, sich mit dem Buch 'Eichmann in Jerusalem' zu beschäftigen. Auch vor dem Hintergrund der unlängst erschienen Graphic Novel ' Die drei Leben der Hannah Arendt'.

Hannah Arendt, am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren und am 4. Dezember 1975 in New York gestorben, studierte Philosophie, Theologie und Griechisch unter anderem bei Heidegger, Bultmann und Jaspers, bei dem sie 1928 promovierte. 1933 emigrierte sie nach Paris, 1941 nach New York. Von 1946 bis 1948 war sie als Lektorin, danach als freie Schriftstellerin tätig. Sie war Professorin für Politische Theorie in Chicago und lehrte ab 1967 an der New School for Social Research in New York. Beim Eichmann Prozess war sie Beobachterin für den New Yorker.

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eICHMANN IN jERUSALEM

Der Eichmann – Prozess zielte nicht nur auf die Verurteilung eines Mannes, der die Organisation und Durchführung der Judenvernichtung zu verantworten hatte,, er sollte darüber hinaus in Israel wie im Ausland Holocaust – Bewusstsein auslösen.

 

Das erkannte und durchschaute die jüdische Philosophin von Anfang an und sie war nicht bereit sich das Konzept der Israelis zu eigen zu machen. In ihren Berichten vermied sie zwar die Polemik, die ihre Briefe prägten, doch löste ihr Bericht „Eichmann in Jerusalem“ eine heftige innerjüdische Kontroverse aus.

Gegen dieses Buch ist noch vor seinem Erscheinen eine organisierte Kampagne in die Wege geleitet worden.

In ihrer Analyse des Prozesses vertrat Hannah Arendt die kontroverse Ansicht, dass Eichmann eine deutlich kleinere Rolle bei der "Endlösung der Judenfrage" gespielt habe, als die Anklage ihm unterstellte. Die jüdische Politologin stellte zudem die Mittelmäßigkeit und Gedankenlosigkeit des NS-Funktionärs in den Mittelpunkt, der als einer der größten Verbrecher seiner Zeit gilt.

448 Seiten

Autor: Hannah Arendt

Übersetzung: Brigitte Granzow

Reihe: Piper Taschenbuch (6478)

ISBN 9783492264785

KANN DAS BÖSE BANAL SEIN?

Die "Banalität des Bösen" - für diesen Ausdruck wurde sie heftig kritisiert und angefeindet. Ihre Kritiker attestierten Hannah Arendt einen Mangel der Liebe zum jüdischen Volk.

Im Mai 1960 nahm der israelische Geheimdienst Mossad den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann in einem Vorort von Buenos Aires fest. Unter Hitler war Eichmann Leiter des für die Deportation der Juden zuständigen Referats des Reichssicherheitshauptamts gewesen.

 

In dieser Eigenschaft war er für die systematische Ermordung von sechs Millionen Juden in Konzentrations- und Vernichtungslagern verantwortlich.

Vom 11. April bis zum 15. Dezember 1961 fand in Jerusalem der Eichmann-Prozess statt.em der Eichmann-Prozess statt.

Der Prozess gegen Adolf Eichmann 1961 in Jerusalem wird als Anstoß angesehen, der der öffentlichen Wahrnehmung des Holocaust zur Folge hatte.verstanden.

Der 88. Verhandlungstag