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JOSEF STALIN.

REVIEW AUF UNSERE LESEREIHE 2019. OSTEUROÄISCHE LITERATUR.

kann es sein, dass sich im russland des 21. Jahrhunderts die fehler des 20. jahrhunderts wiederholen? ja, meint der renommierte historiker und  stalin-biograf oleg chlewnjuk.

der lenker eines gnadenlosen staatsapparates.

in 2019 bewegte sich der ottobeurer literaturkreis entlang den bisher wenig entdeckten literarischen rändern osteuropas.

 

nicht selten behandeln die osteuropäischen zeitgenössischen autoren themen wie deportation, stalinismus, gulag, entkulakisierung.

'suleika öffnet die augen' der tatarischen schriftsdtellerin gusel jachina oder 'das birnenfeld' der georgischen autorin nana ekvtimishvili sind prägnante Beispiele für die behandlung historischer geschehnisse in verbindung mit fiktiven Inhalten.

ergänzend haben wir  uns mit einem russischen klassiker der weltliteratur des 20. jahrhunderts. mit dem 1930 verfassten roman „die baugrube“ des autors andrej platonow (1899–1951) beschäftigt.

 

der roman durfte zu lebzeiten des autors nicht veröffentlicht werden. erst 1989 wurde das buch in russland aufgelegt. das buch wurde von den kritikern als einzigartig in der literaturgeschichte gewürdigt. worum geht es in dem werk? bauarbeiter graben am stadtrand eine riesige grube, in der das gemeinproletarische haus für die arbeiterklasse errichtet werden soll, „die muttergrube für das künftige Leben“.

das Werk entstand zur zeit der von stalin eingeleiteten forcierten industrialisierung und zwangskollektivierung der landwirtschaft. es wurde zum radikalsten, überzeugendsten literarischen sinnbild für das scheitern der kommunistischen utopie, die der autor schonungslos entlarvt. das  utopische projekt der paradiesbauer endet in hunger, chaos und massensterben.

 

der russische historiker oleg chlewnjuk, der bedeutendste lebende stailn-experte, hat anhand bisher unbekannter archivdokumente die wichtigsten stationen stalins aufgezeigt.

vor dem hintergrund der ottobeurer lesereihe 2019 wird die aktuelle biografie 'stalin' hier vorgestellt. die englischsprachige ausgabe erschien 2015 unter dem titel 'Stalin. New Biography of a Dictator. die vorliegende 2. auflage erschien 2019 im pantheon verlag.

gerne können sie diesen titel über OSIANDER direkt bestellen und nach hause liefern lassen. mit einem  click auf das cover.

Stalin Biografie.jpg

Auflage: 2. Aufl.

592 Seiten

Autor: Oleg Chlewnjuk

Übersetzung: Helmut Dierlamm

ISBN 9783570553183

der diktator und seine herrschaft – ein neuer blick auf stalin

am morgen des 1. März 1953, kurz nachdem er seinen engsten führungszirkel verabschiedet hat, erleidet Josef Stalin in seiner datscha bei moskau einen schlaganfall. wenige tage später ist er tot. oleg chlewnjuk, einer der führenden stalinismus-experten, nimmt diese letzten lebenstage zum ausgangspunkt einer beeindruckenden biographie – auf grundlage bisher unbekannter quellen aus sowjetischen archiven eröffnet sie einen neuen blick auf den diktator und seine herrschaft.

verlagsinformationen

 

der diktator liebte Bücher. aber nur wenige. In seiner bibliothek fanden sich ganze 397 objekte, in denen er randbemerkungen und unterstreichungen hinterließ. josef stalin, der ehemalige seminarist, las vor allem und immer wieder die werke seines vorgängers lenin wie ein scholastiker die bücher der bibel: „sehen wir mal nach, was wladimir iljitsch zu der angelegenheit zu sagen hat“, sagte er oft und fand schnell eine nützliche stelle.

Von karl marx und friedrich engels besaß er ganze dreizehn werke; engels kritisierte er öffentlich wegen dessen abscheu vor der zaristischen gewaltherrschaft. stalin hingegen hatte eine schwäche für peter den großen und iwan den schrecklichen. belletristik interessierte ihn kaum; er hatte nur wenige klassiker der russischen und europäischen literatur gelesen.

solche details machen die lektüre der neuen stalin-biografie  zum lesegenuss, obwohl ihr sujet eine bestie war.

Stalin. Der rote Zar.

eine zdf dokumentation.

(2018)

der diktator josef stalin (1879-1953) wird 66 Jahre nach seinem tod einer umfrage zufolge immer populärer in russland. 70 prozent der bevölkerung sind demnach der ansicht, dass stalin eine positive rolle für ihr land gespielt habe, wie das unabhängige lewada-zentrum in moskau mitteilte.

 

dieser wert sei der höchste in den vergangenen 20 Jahren. jeder vierte befragte bewundere den diktator. fünf prozent hätten angst vor ihm. 2001 hätten sich noch 16 Prozent entsprechend geäußert.

die Popularität wird vor allem damit begründet, dass stalin das land im zweiten weltkrieg zum sieg führte und es in eine atommacht verwandelte.

 

zum jährlichen weltkriegsgedenken am 9. Mai, dem wichtigsten nationalfeiertag, tragen russen immer wieder stalin-porträts durch die moskauer straßen